Was sind Haarschafe?

Was ist ein Haarschaf?

Schafe mit natürlichem Fellwechsel nennt man auch Haarschafe. Diese Schafe tragen ihr „Winterfell" nicht ganzjährig, ansonsten sind sie mit klassischen Wollschafen identisch. In Bezug auf jahreszeitlich bedingte klimatische Wetterphänomene stellen mitunter alteingesessene Schafhalter die These auf: „Die frieren doch im Winter!"

Nein weit gefehlt, ich und andere Haarschafhalter stallen unsere Tiere, genau wie die meisten Berufsschäfer, nur zur Zeit der Ablammungen auf. Dies geschieht dann eher zum Schutz der Lämmer vor Beutegreifern. Insbesondere die Fellbeschaffenheit der Haarschafe, mit vielen Grannenhaaren, verschafft ihnen in den derzeitig vorherrschen feuchtmilden Wintern den klaren Vorteil, dass die Unterwolle des Winterfelles nicht durchweicht und somit länger als wärmende Fellschicht dienen kann.

Ein weiterer Vorteil von Schafen mit natürlichem Fellwechsel besteht bei Hitzeperioden, deren Häufigkeit, in den meisten Prognosen zum Wandel des Klimas, zunehmen soll. In den letzten warmen Sommern konnte ich bei meinen Tieren ein mehrmaliges Abwerfen der Unterwolle beobachten. Somit ist zum einen der Hitzestress bei den Haarschafen geringer, zum anderen sind sie ebenso nicht dem Temperaturstress des abrupten Pelzverlustes wie bei einer Wollschur ausgesetzt.

Die eingesparte Körperenergie können Haarschafe aus leistungsorientierter Zucht zu stärkerer Wirtschaftlichkeit nutzen.

Warum Schafe ohne Wolle züchten?

Schafe scheren kostet Arbeitszeit und ist Anstrengend, jedoch ist der Erlös aus dem Verkauf der Wolle lange nicht mehr kostendeckend, denn aus warmen Erdteilen wird feinere Wolle billigst nach Europa importiert. Dazu wird es immer schwieriger, überhaupt einen Schafscherer zu bekommen und die Schurkosten können bei bis zu 10,-€ je Tier liegen. Daher entscheiden sich immer mehr Schafhalter Haarschafe mit natürlichem Fellwechsel zu züchten, bei denen die Schafe im Frühjahr die Wolle von alleine abstoßen. Ob in kleinen Freizeithaltungen oder in der wirtschaftlich ausgerichten Schäferei, die Vorteile der Schafe ohne Wolle sind offensichtlich.

Echt haarig

Haarschafe unterscheiden sich von Wollschafen durch die Beschaffenheit ihres Fells. Wollschafe tragen ein sehr dichtes, langes Wollvlies aus fein gekräuselten Wollhaaren. Ein solches Vlies enthält kaum Grannenhaare (lange Deckhaare). Deckhaare wachsen bei Wollschafen nur im Gesicht und auf den Unterbeinen. Haarschafe hingegen tragen eine Kurzhaardecke, bestehend aus Grannenhaaren mit einer Schicht feiner Unterwolle darunter. Im Sommer ist diese Kurzhaardecke glatt und ab Spätherbst wächst ein wolligwarmes Winterfell.

Auch ein wichtiger Unterschied zwischen Wollschafen und Haarschafen ist der Zyklus des Fellwechsels. Der Haarzyklus bei Haar- und Kurzwollschafen ist kurz und dauert nur wenige Monate. Sie weisen somit einen saisonalen Haar- bzw. Fellwechsel auf. Bei Feinwollschafen verläuft der Haarwechsel langsamer, der Zyklus kann bis zu mehreren Jahren betragen. Somit weisen diese keinen saisonalen Haar- bzw. Fellwechsel auf. Sommer- und Winterfell sind bei Schafen mit Haarkleid in unseren Breitengraden unterschiedlich und haben verschiedene Funktionen, damit sind Haarschafe sowohl bei Hitzestress wie in Frostperioden bestens ausgestattet.

Die abgeworfene Schafwolle wird gerne von Vögeln als Nistmaterial genutzt. Was an Wolle auf der Wiese verbleibt, verrottet zeitnah, ist reich an Nährstoffen und eignet sich hervorragend zur organischen Langzeit-Düngung der Grasnarbe. Die abgeworfene Wolle enthält neben Stickstoff auch viele Mineralien. Diese Schafwolle schließt somit wieder den Nährstoffkreislauf auf der Weide.

Gene aktivieren = Dauerwelle verlieren

Die Veranlagung zu Wollbildung ist Wollschafpopulationen, durch strenge Auslese, über Generationen angezüchtet. Laut Nolana- Züchtern kann man aus diesen Herden mit Leichtigkeit, mittels Einkreuzung mit Haarschafböcken in nur drei bis vier Kreuzungsgenerationen, eine Haarschafherde schaffen. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass Schlachtlämmer und Mutterschafe keine Futterenergie in unnötiges Wachstum von Wolle vergeuden.

Die Lämmer von Haarschafen können, anstatt Wolle zu schieben, die Energie gleich in Körperwachstum und Mutterschafe gleich in Milchleistung oder zur Regeneration nach der Lämmeraufzucht verwenden.

EasyCare-, Exlana-, Nolana-, Dorperschafe oder Braune Haarschafe?

Sind alle Haarschafe gleich?

Auch bei den Haarschafen gibt es unterschiedliche Rassen. Einige stehen im Landschaftyp, andere eher im Typ eines Fleischschafes. Bei der Rassewahl ist zu berücksichtigen was man den Tieren bieten kann, was sind die Anforderungen der Schafe und was will man mit seinen Haarschafen erreichen?

Dass sich für die Landschaftspflege eher robustere Landschaftypen wie EasyCare und Braunes Haarschaf eignen, versteht sich von selbst. Und dass fleischbetontere Schafrassen, wie Exlana, Dorper und Nolana auf kargen Flächen nicht ihr volles Potential ausschöpfen sollte man sich auch bewusst sein.

Allerdings gibt es auch innerhalb der Haarschafrassen und Züchtungen eine gewisse natürliche Variablität. Dies ist bei der Neuanschaffung von Tieren zu berücksichtigen. Sicher ist es sinnvoller vorab mehrere Haarschafherden zu besichtigen und im Anschluss über die Rassewahl zu entscheiden. Auch persönliche Vorlieben des zukünftigen Haarschafhalters in Bezug auf phänotypische Merkmale wie Größe, Fellfarbe und Temperament seiner zukünftigen vierbeinigen Rasenmäher sind hier eine wichtige Entscheidungshilfen, sich mit Spaß an der Sache um seine Tiere zu kümmern.

In Deutschland anerkannte Schafrassen mit Kurzwolle oder natürlichem Fellwechsel:

weitere Haarschafzuchten mit natürlichem Fellwechsel in Europa:


 

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Profesionelle Schafzucht von Exlana Haarschafen in Mittelhessen

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